Reisebericht

Inselparadies Fort Myers

Ein amerikanischer Traum für Familien

  • Autorin Maria Sophia Bach
  • Autorin

    Maria Sophia Bach

  • Maria Sophia Bach interessierte sich schon als Kind für zwei Dinge: schreiben und reisen. Als Halbgriechin ist das Land der olympischen Götter und des Ouzo ihre heimliche Heimat, aber genauso reizvoll ist das Unbekannte und Ferne. Das Fernweh trieb sie bisher nach Südamerika, den Orient und die Metropolen Europas. In ihrer Athener Zeit war sie für die Griechenland Zeitung als Fotografin und Autorin unterwegs. Jetzt bereist sie von Frankfurt am Main aus die Welt.

Am weissen Strand bauen die Kinder ihre Sandburgen, planschen im Azurblau des Meeres. Ihr Lachen ist wie eine musikalische Begleitung zum sanften Plätschern der Wellen. Auf den Sonnenliegen entspannen sich die Eltern — Idylle pur. Im Südwesten Floridas, in der Region um Fort Myers und den vorgelagerten Zwillingsinseln Sanibel und Captiva Island, werden Familienträume wahr.

Entspannung oder Abenteuer, sportliche Aktivitäten oder Erholung am Strand — Gross und Klein kommen in und rund um Fort Myers voll auf ihre Kosten. An der südwestlichen Küste Floridas, in Ausflugsnähe zum Everglades Nationalpark, befindet sich die familienfreundliche Ferienregion, die spannende Abwechslung und bestechende Natur bietet.

Strände zum Träumen und jede Menge Muscheln

Feiner weisser Sand und azurblaues Wasser zeichnen die Strände von Fort Myers und Umgebung aus. Sie laden zum Entspannen und Spielen ein und eignen sich somit perfekt für Familien. Besonders in Fort Myers Beach ist der Strand sehr flach abfallend, ideal zum sicheren Spielen und Toben. Beim Parasailing und Jetski-Fahren können Eltern und Jugendliche in einen wahren Adrenalinrausch verfallen oder sich für einen Surf-Kurs anmelden.

Besonders bekannt ist die Region für ihre über 400 unterschiedlichen Muschelarten, die die Meeresströmung täglich ans Ufer spült. Die verschiedensten Formen und Farben machen das «Shelling», wie das Muschelsammeln genannt wird, zu einer faszinierenden Angelegenheit. Insider pilgern in den frühen Morgenstunden, wenn über Nacht neue Muscheln an Land gespült wurden, zu den Stränden Lighthouse Beach und Bowman’s Beach auf Sanibel Island. Die Muschelsammler erkennt man an ihrem gebückten Gang — er wird von den Einheimischen liebevoll «Sanibel Stoop» genannt.

Erkundungen zu Wasser und zu Land

Eine weitere beliebte Erkundungsart sind Radtouren, zum Beispiel auf dem über 50 Kilometer langen Radwegnetz von Sanibel und Captiva Island. Die Strecken führen zu Stränden, die nicht mit dem Auto zugänglich sind, an der Küste entlang und durch den schattigen Wald. Velofahrer können auch Cape Coral, das gegenüber von Fort Myers auf der anderen Seite des Caloosahatchee Rivers liegt, auf seinen prämierten Radwegen entdecken.

Exotische Tiere und tropische Pflanzenarten fühlen sich dank des warmen Klimas des Golfs von Mexiko besonders wohl. Delfine und Seekühe bewohnen die Gewässer, hunderte Vogelarten sind hier heimisch, in den Naturschutzgebieten leben Alligatoren und in den Sümpfen wachsen Mangroven in Hülle und Fülle. Die Bootsausflüge zum Beobachten der Meerestiere sind nicht nur für Kinder ein unvergessliches Highlight — die Sprünge der Delfine und ihre Spiele im Fahrwasser der Boote sind für jeden ein Vergnügen. Aktive Familien können die Wasserlandschaft auch beim Kanu-, Kajakfahren und Paddeln erkunden und so nicht nur die Wasserbewohner kennenlernen, sondern auch den Spuren der Calusa-Ureinwohner folgen, die diese Gegend einst bewohnten und die Wasserwege des Great Calusa Blueway befuhren.

Geschichte hautnah erleben

Schon vor Tausenden von Jahren siedelten sich die Calusa-Ureinwohner rund um Fort Myers an und erbauten ein beeindruckendes Wasserwegnetz durch die üppigen Mangrovenwälder, den Great Calusa Blueway. Über 300 Kilometer davon können auch heute noch per Kajak entdeckt werden.

Auch an Land können kleine und grosse Entdecker den Spuren der Calusa folgen – wie beispielsweise im Randell Research Center. Der ein Kilometer lange Calusa Heritage Trail verbindet das Beste der Umgebung mit Informationen zu den Ureinwohnern. Besucher fühlen sich dabei wie in einem Museum, einem botanischen Garten und auf einem Safari-Pfad zugleich.

In die jüngere Zeitgeschichte, die auch heute noch einen sehr grossen Einfluss auf unseren Alltag hat, können Feriengäste in den Edison and Ford Winter Estates reinschnuppern. Durch eine Allee aus Palmen hindurch, die eigenhändig vom genialen Erfinder Thomas Alva Edison gepflanzt und gepflegt wurden, gelangen Besucher zu den imposanten Bauten. Die weissen Holzhäuser mit grünen Fensterläden versprühen den ganz besonderen Florida-Charme, umgeben von einem üppig bepflanzten Garten, der mit einzigartiger Vegetation verzaubert. Dort befindet sich auch einer der grössten Banyanbäume der USA – das wohl beliebteste Foto-Sujet. Die beiden Anwesen mitsamt ihrer Ausstattung befinden sich noch in ihrem Originalzustand. Besonders das Labor des Erfinders Edison fesselt die Besucher mit vielen aufgebauten Versuchen und den bedeutsamen Erfindungen von Edison. Als Ergebnis seiner Arbeit kann er sage und schreibe 1100 Patente sein Eigen nennen, darunter unser täglicher Begleiter, die Glühbirne.

Dass diese wunderbare Umgebung in traumhafter Lage direkt am Wasser auch andere Bewohner anzieht, ist kein Wunder. Der Automobilmagnat Henry Ford erwarb einige Jahre später das Nachbargrundstück seines guten Freundes. Zusammen genossen sie über 50 Winter in ihrem selbsterschaffenen Paradies. Fords Garage ist auch heute noch gut gefüllt, mit seinen eigenen Autos. Aufgrund der grossen Beliebtheit bei Gästen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, stehen sogar deutschsprachige Touren auf dem Programm: immer mittwochs (10:30 Uhr) und freitags (12:30 Uhr).

Wo das Geld vom Himmel fällt…

… sollte jeder mal gewesen sein. Und das ist auf Cabbage Key. Die kleine Insel ist ausschliesslich per Boot erreichbar und beheimatet nur ein historisches Hotel mit Restaurant. Es ist für eine Tradition aus dem Jahr 1931 bekannt, als ein Fischer seinen letzten Dollar erst ansengte und dann an die Wand klebte, um später wieder zu kommen und mit diesem Dollar sein Bier zu bezahlen. Heute verewigen sich Gäste mit kleinen Kunstwerken auf den Dollarnoten an den Wänden und Decken des Gastraums. Die aussergewöhnliche Wandverkleidung aus Scheinen hat einen Wert von geschätzten 70 000 Dollar, je nachdem, denn jährlich fallen aufgrund der Luftfeuchtigkeit rund 10 000 Dollar herunter, die wohltätigen Einrichtungen für bedürftige Kinder und Familien zugutekommen.

Fotos: The Beaches of Fort Myers and Sanibel

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